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Hapkido - Was ist das? - Teil II

Die Charakteristik von Hapkido

Hapkido besteht aus mehr als 270 Elementartechniken, die zu 10.000 Techniken variiert werden können. Innerhalb dieser Techniken unterscheidet man 3.864 Angriffs- und Verteidigungstechniken, die durch eine Vielzahl von Gegenangriffs- und Kombinationsmöglichkeiten die nahezu endlose Vielfalt und den einzigartigen Charakter dieses Systems ausmachen.

Die Elementartechniken Hapkidos sind folgendermaßen eingeteilt:

  1. leere Hand gegen leere Hand
  2. leere Hand gegen Waffe
  3. Waffe gegen Waffe

Jede dieser Kategorien ist unterteilt in Angriffs- und Verteidigungstechniken, und jede dieser Unterteilungen beinhaltet wiederum verschieden Kategorien von Techniken. (zur genaueren Veranschaulichung der Unterteilungen siehe Abbildung 1.1).

Abb.1.1 :. graphische Veranschaulichung der Techniken und ihrer Kombinationsmöglichkeiten.


Hapkido ist besonders effektiv, da man im Moment des Angriffs die empfindsamsten Körperteile des Gegners angreift, um dadurch den Angriff zum eigenen Vorteil zu verändern. Bei der Ausführung der Technik konzentriert man sich durch eine spezielle Atemtechnik, die Dan Jo Ho Hop genannt wird, bis zu einem gewissen Punkt, um dann eine übermenschliche Kraft zu erzeugen.

Abgesehen von den Elementartechniken, dem Angriff von Schwachpunkten und der Konzentration durch Dan Jon, ist das herausragenste Merkmal von Hapkido, Angriffe in Kreisbewegungen umzulenken, um dadurch die Energie des Angreifers gegen ihn selbst zu richten.

Durch die Umlenkung der Kraft des Gegners in eine Kreisbewegung, kommt es zur Verbesserung der eigenen Möglichkeit in Verbindung mit der eigenen Kraft, d.h. letztendlich zur Neutralisierung des gegnerischen Angriffes. Wird man, z.B. von vorne durch einen Faust- oder Fußangriff angegriffen, ist es schwer, diesem zu widerstehen, wenn man sich dem Angriff direkt entgegenstellt. Aber wenn man den gegnerischen Angriff in eine Kreisbewegung lenkt, wird die Kraft des Gegners verringert und verliert schlussendlich ihre Wirksamkeit (siehe Abbildung 1.2).

 

Abb.1.2: graphische Veranschaulichung der Kreisabwehr

Das Hauptaugenmerk von Hapkido liegt aber nicht nur auf der Verteidigung, sondern auch auf der Anwendung von Angriffstechniken. Um die Charakteristik der Angriffstechniken von Hapkido besser verstehen zu können, sollte man den Angriff eines Weidenzweiges mit dem Angriff eines Eichenstabes vergleichen. Der Weidenzweig ist weich und geschmeidig. Der Eichenstab ist hart und spröde und kann daher zerbrechen. Die Weidenzweigmethode erzeugt mehr Geschwindigkeit, mehr Kraft und richtet dadurch mehr Schaden an. Dieses Prinzip ist, z.B. einfach bei einer Schlagtechnik anzuwenden. Solange das Ziel näher kommt, benötigt man mit der Hand nur wenig Kraft. Wenn man nun gleichzeitig die Atmung kontrolliert, sich auf den richtigen Zeitpunkt des Kontaktes konzentriert, kann man die Wirkung des Angriffs maximieren.

Da der verantwortungslose Umgang mit Techniken zu schweren Verletzungen führen kann, ist gerade deshalb in Hapkido der geistige und mentale Unterricht sehr wichtig.

Das Ziel von Hapkido ist nicht nur das Erlernen von effektiven Selbstschutz- und Verteidigungstechniken, sondern die eigentliche Bedeutung der Budokunst, die Ausbildung der Menschlichkeit.

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  Admin